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Kunstmuseum Winterthur:

Adolph von Menzel

Blick auf den Anhalter Bahnhof im Mondschein, um 1846

Adolph von Menzel - Blick auf den Anhalter Bahnhof im Mondschein

Adolph von Menzel
Blick auf den Anhalter Bahnhof im Mondschein
, um 1846
Kunst Museum Winterthur, Stiftung Oskar Reinhart, Ankauf, 1932
Foto: SIK-ISEA, Zürich (Philipp Hitz)

Zusammen mit seinen Eltern und Geschwistern zog Adolph Menzel 1830 nach Berlin, wo er kurz darauf die Lithographiewerkstatt seines Vaters weiterführen musste. Der 17-jährige Menzel zeigte viel Talent und avancierte schnell zum vielbeachteten Maler Friedrichs des Grossen. Als scharfer Beobachter hielt er das immer rasantere Anwachsen Berlins zur Grossstadt in seinen Gemälden fest und richtete seinen Blick auf alltägliche und unspektakuläre Dinge.

Diese neue Sicht auf die Stadt kommt besonders in Menzels kleinformatigen Gemälden, den intimen Ölstudien der 1840er Jahre, zum Ausdruck. Von ihm selbst als Versuche gewertet, kamen diese allerdings erst nach seinem Tod ans Tageslicht. Beliebtes Motiv war die 1838 in Betrieb genommene Eisenbahn zwischen Berlin und Potsdam. In der Winterthurer Ansicht erscheint der Bahnhof denn auch nicht als repräsentatives Bauwerk, sondern wird von der unprätentiösen Arbeitsseite her als trostlose Baustelle gezeigt.

Mit der biedermeierlich-geborgenen Sicht aus dem Fenster auf das industrielle Motiv charakterisiert Menzel das Industriezeitalter als Umwälzung und Bedrohung. Dies unterstreicht auch die nächtliche Stimmung und die dramatisch-romantische Inszenierung von Licht und Schatten.

MENZEL_Berliner Hinterhaeuser im Schnee.1847

Adolph von Menzel
Berliner Hinterhäuser im Schnee, 1847/1848
Kunst Museum Winterthur, Stiftung Oskar Reinhart, Ankauf, 1938
Foto: SIK-ISEA, Zürich (Philipp Hitz)

Auch Menzels Ansicht Berliner Hinterhäuser im Schnee zeichnet sich in ihrer malerischen Wirkung und dem Zurücktreten des Motivs hinter die künstlerische Ausführung aus, und nimmt damit manche Stilmerkmale des Impressionismus vorweg.