Alexander Calder
Ohne Titel, um 1934/1938

Alexander Calder
Ohne Titel, 1938/1939
Kunst Museum Winterthur, Ankauf, 1970
Foto: SIK-ISEA, Zürich (Lutz Hartmann)
Alexander Calder war 1926 aus Amerika nach Paris gekommen, wo damals die wichtigsten neuen Künstler tätig waren. Wegweisend wurde die Begegnung mit dem Holländer Piet Mondrian. Die spartanische Einrichtung von Mondrians Atelier und die Wandgestaltung in den Primärfarben Rot, Gelb und Blau beeindruckten Calder tief. Einzig fragte er sich, weshalb die farbigen Elemente nicht beweglich angeordnet waren.
1932 entwickelte Calder Arbeiten aus Draht und bemalten Blechteilen. Sie waren aufgehängt, so dass die Elemente sich im Luftzug bewegten. Der Künstler Marcel Duchamp erfand dafür die Bezeichnung ‹Mobile›.
In diesem Mobile sind zwei verschiedenartige Gruppen von Elementen miteinander verbunden: Die eine Gruppe besteht aus Figuren in Gelb, Rot und Schwarz, die andere Gruppe aus schwarzen und weissen Kreisformen. Auf der einen Seite Figuren, die auf Dinge anspielen, auf der anderen Seite eine abstrakte Choreografie.
Im Mobile spielen Gewichte und Gegengewichte. Die Bewegung eines Elements teilt sich den anderen mit. So drehen sich die Formen in unberechenbarer Weise und werden stets wieder anders gesehen. Calder wollte die Assoziationen der Betrachter nicht beeinflussen. Deshalb gab er den Mobiles keine Titel. Poisson wurde dieses Werk erst später von seiner ersten Besitzerin

Alexander Calder
Ohne Titel, 1938/1939
Kunst Museum Winterthur, Ankauf, 1970
Foto: SIK-ISEA, Zürich (Lutz Hartmann)