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Kunstmuseum Winterthur:

Alfred Sisley

Sous le pont de Hampton Court, 1874

Alfred Sisley - Sous le pont de Hampton Court

Alfred Sisley
Sous le pont de Hampton Court, 1874
Kunst Museum Winterthur, Schenkung von Dr. Herbert und Charlotte Wolfer-de Armas, 1973
Foto: SIK-ISEA, Zürich (Martin Stollenwerk)

Das Jahr 1874 ist das Geburtsjahr des Impressionismus. In Paris wurde unter dem Titel «première exposition impressionniste» eine Ausstellung veranstaltet, die eine neue Malerei lancierte und damit Aufsehen erregte. Diese Malerei sollte unmittelbar auf die Wirklichkeit reagieren und die Sinneseindrücke unverfälscht wiedergeben.

Alfred Sisley zählte zu diesen Neuerern. Ein Sammler lud ihn im selben Jahr nach England ein, und Sisley verbrachte dort den Sommer. Besonders zog ihn Hampton Court an der Themse an, wo die neue Eisenbahnbrücke stand, eine Konstruktion aus Eisenguss und Backsteinen. Brücke und Rudersport waren moderne Motive – Technik und zeitgenössisches Leben traten an die Stelle romantischer Landschaften.

Sisley zeigt die Brücke aus einer ungewöhnlichen Perspektive, nämlich von unten, so dass das Tragwerk über dem Betrachter liegt. Im Blick sind die massiven Pfeilerpaare; sie laufen dramatisch verkürzt in die Tiefe. Die Ruderboote wirken dazwischen winzig.

In der traditionellen Malerei wurden Kompositionen mit zahlreichen Studien vorbereitet. Sisley arbeitete dagegen direkt vor dem Motiv, spontan und schnell, um die Effekte des Lichtes festzuhalten. Mit kurzen Strichen stellte er das bewegte Wasser dar – dynamisch und veränderlich.