Logo Kunstmuseum Winterthur

Kunstmuseum Winterthur:

Claude Monet

Nymphéas blancs et jaunes, um 1915–1917

Claude Monet - Nymphéas blancs et jaunes

Claude Monet
Nymphéas blancs et jaunes, um 1915–1917
Kunst Museum Winterthur, Schenkung des Galerievereins, 1952
Foto: SIK-ISEA, Zürich (Martin Stollenwerk)

In den 1920er Jahren war der Impressionismus bereits Geschichte geworden. Nur der greise Claude Monet arbeitete noch immer in dieser Stilrichtung. Er lebte in seinem Haus in Giverny, westlich von Paris, inmitten seines Gartens, den er selbst angelegt hatte.

Von 1914 an beschäftigte er sich in diesem Garten mit neuartigen Gemälden, die er als «grande décoration» bezeichnete. Mit diesen Wandbildern wollte er einen Pavillon ausstatten. Die grossformatigen Bilder sollten einen Rundblick in die Gartenlandschaft vermitteln. Wasser, Seerosen und Pflanzen bildeten auf einer immensen Fläche ein allumfassendes Bild.

Diese Elemente zeigt das Winterthurer Werk. Die Seerosen sind rhythmisch auf der Wasserfläche gruppiert. Der Blick bleibt darin gefangen; es gibt keinen Horizont, nichts ausserhalb des Wassers. Die Wasserfläche ist das Bild. Deshalb richtete Monet alles auf die Komposition aus. Kreisende Pinselstriche evozieren Seerosen und Blätter auf einer dunkelgrünen Wasserfläche. Diese wird von senkrechten blauen Pinselstrichen belebt, sodass es scheint, als sei sie von einer sanften Bewegung erfasst.

In den 1950er Jahren begegnete man den späten Bildern von Monet mit Skepsis. Das Kunsthaus Zürich und das Kunstmuseum Winterthur waren die ersten Museen, die sich dafür begeisterten. 1952 erwarben sie ihre Seerosenbilder – eine Pioniertat. Erst drei Jahre später folgte das Museum of Modern Art in New York. Seither sind die Seerosen zum Inbegriff von Monets Malerei geworden.