Claude Monet
Varengeville, marée basse, 1882

Claude Monet
Varengeville, marée basse, 1882
Kunst Museum Winterthur, Schenkung von Beat Wolfer, Marianne Wolfer und Silvia Largo-Wolfer, 2000
Foto: SIK-ISEA, Zürich (Martin Stollenwerk)
Auf der Suche nach geeigneten Motiven sah sich Claude Monet im Winter 1882 in der Normandie um. In den kalten Monaten Februar und März arbeitete er in Varengeville und malte Ansichten der Küste. Das Bild zeigt den Strand bei Ebbe und rechts die typischen steilen Felsen der Region, die Falaises. Keine Figuren oder Schiffe treten ins Blickfeld; nichts lenkt ab. Der Betrachter befindet sich unmittelbar im Bild.
Der Strand ist leer und das Wetter trüb. Monet interessiert sich für die farbige Wirkung dieser schlichten Szenerie, er beschäftigte sich mit der unterschiedlichen Erscheinung des Sandes, des Wassers und der Felsen. Für jedes Element wählte er eine andere Pinselschrift: feine, parallele Striche für die Felsen, kurze, unregelmässige für die Sandbank. Die Lachen von Meerwasser erhielten dagegen eine ruhige, horizontale Oberfläche.
Die Farbigkeit ist verhalten, man entdeckt sie erst mit der Zeit. Eine schwarze Zeichnung fehlt; es gibt nur dunkles Blau oder Grün. In den Falaises sieht man feine rote, gelbe und blaue Streifen. Diese Farben findet man in der Sandbank wieder. Monet verbindet Teile der Komposition durch die Setzung der Farben. Solche Szenerien malte Monet während seines Aufenthalts in Varengeville immer wieder. Strand und Felsen bleiben sich gleich; die Farbstimmung aber ändert sich von Bild zu Bild.