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Kunstmuseum Winterthur:

Constantin Brancusi

Danaïde, um 1913

Constantin Brancusi - Danaide

Constantin Brancusi
Danaïde, um 1913
Kunst Museum Winterthur, Ankauf, 1951
Foto: SIK-ISEA, Zürich (Jean-Pierre Kuhn)

© ProLitteris, Zürich

Zu Fuss war Constantin Brancusi 1904 aus Rumänien nach Paris gewandert. Hier arbeitete er zunächst bei Auguste Rodin. Lange hielt er es jedoch nicht bei dem übermächtigen Meister aus.

Brancusi schuf seine ersten Skulpturen in Stein, etwas später in polierter Bronze. Sie sind auf einfache Formen reduziert; sie unterscheiden sich also von Rodins expressiven Figuren. Brancusis Werke sind so gearbeitet, dass man sie von allen Seiten betrachten muss. Diese Auffassung hatte er von Rodin übernommen.

Ein Lieblingsthema Brancusis waren weibliche Köpfe; Frauen aus seinem Bekanntenkreis regten ihn dazu an. So schuf er beispielsweise die Danaïde nach einem Bildnis von Mademoiselle Pogany, einer ungarischen Malstudentin. Aus ihrem Bildnis wurde der Kopf einer antiken mythologischen Figur, die Personifikation der Quellen und Bäche, aus ihrem Antlitz eine stark vereinfachte plastische Form.

Der Kopf ist eiförmig gestaltet. Aus den Gesichtszügen sind zeichenhafte Markierungen geworden: die Augenbrauen, die spitz zulaufende Nase, der Haarknoten im Nacken.

Die Patinierung, das heisst die Behandlung der Oberfläche der Bronze, war für Brancusi so wesentlich wie die Gestaltung der Form selbst. Eine schwarze Patinierung kommt bei Brancusi sonst nie vor. Das Licht schimmert auf dem Schwarz und deutet die Rundung des geheimnisvoll wirkenden Kopfes an.

Brancusi wählte die Sockel für seine Figuren selbst. Oft sind sie in Holz gehauen. Hier schuf er einen besonders gestalteten Steinsockel. Der Kopf lässt sich darauf drehen. So entstehen vielfältige Beziehungen zwischen den Gesichtszügen der Figur und der Spiralform des Sockels.