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Kunstmuseum Winterthur:

Edouard Vuillard

Grand-mère et enfant au lit bleu, 1899

Edouard Vuillard - Grand-mère et enfant au lit bleu

Edouard Vuillard
Grand-mère et enfant au lit bleu, 1899
Kunst Museum Winterthur, Ankauf mit Mitteln der Jubiläumsstiftung Kunstverein Winterthur, 2010
Foto: SIK-ISEA, Zürich (Philipp Hitz)

Um 1890 schlossen sich einige junge Maler unter dem Namen «Nabis» zusammen, darunter Pierre Bonnard, Maurice Denis, Félix Vallotton und Edouard Vuillard. Sie suchten für die Malerei neue Wege: Es ging ihnen nicht mehr um die Auseinandersetzung mit Lichtstimmungen wie im Impressionismus, sondern um einen freien Umgang mit der Farbe. Diese sollte die Bildgestaltung bestimmen. Nicht mehr Landschaft und zeitgenössisches Leben standen im Vordergrund, sondern die Intimität von Familie und Freundeskreis.

Der Junggeselle Vuillard lebte mit seiner Mutter in einer kleinen Wohnung. Nahe stand ihm auch die Nichte Annette, die 1898 geboren wurde und die er ebenfalls oft malte. Annettes Vater war der Malerfreund Ker-Xavier Roussel, der sich auch zu den «Nabis» zählte.

Madame Vuillard setzt das kleine Mädchen auf das Bett – eine alltägliche Handlung. Was daran berührt, ist die Nähe zwischen den beiden Figuren, ihre stille, heitere Zwiesprache. Diesen Glücksmoment machte Vuillard zum Thema des Bildes und steigerte ihn durch die Intensität der Farbe.

Die Begegnung der beiden Figuren ist in einem engen Raumausschnitt situiert, eingefasst vom Schwarz des Bettgestells. Alles darin scheint vom Blau erfasst: Das Bettzeug ist in einem warmen Blau gehalten, darauf ist in hellerem Ton ein geblümtes Muster gesetzt. Die dekorative Tapete, die den Hintergrund bildet, ist in Preussischblau gemalt. Nur das weisse Hemd des Kindes leuchtet aus den Blautönen und unterstreicht, wer die Hauptfigur ist.