Ferdinand Hodler
Der Grand Muveran, 1912

Ferdinand Hodler
Der Grand Muveran, 1912
Kunst Museum Winterthur, Schenkung von Marcelle Reinhart-Bühler, 1995
Foto: SIK-ISEA, Zürich (Jean-Pierre Kuhn)
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte sich Hodler zu einem der wenigen grossen eigenständigen Landschaftsmaler Europas. Mehr als ein Jahrzehnt lang befasste er sich mit Motiven aus der Gebirgs- und Seenwelt der Schweiz. Diese Landschaften begründeten vielleicht stärker noch als die Figurenbilder seine bis heute anhaltende Wirkung. Sie sind präzise erfasst, aber sie sind keine Plein-air Stücke, die sich nur mit der Wiedergabe des Sujets beschäftigen. Es sind Werke eines reifen Malers, der in der Landschaft eine eigene Form symbolistischer Auffassungen fand. Hodler gelang es in diesen Werken, die Landschaft und den seelischen Ausdruck zu vereinen.
Der Grand Muveran entstand 1912 in Chesières im Wallis. Das Bergmassiv bildet den rückwärtigen Abschluss der Landschaft, hintereinandergestaffelte Bergzüge führen den Blick stufenweise dort hin. Der mächtige, stumpfe Gipfel scheint in der Ferne entrückt. Die sanften Formen der Hügelzüge sind in feinen Pastelltönen von Rosa, Blaugrau und Grün gehalten, sie nehmen das diffuse Licht des trüben Tages auf. Der transparent gemalte Nebelschleier in der unteren Bildhälfte mildert die Schwere des Gebirges.