Logo Kunstmuseum Winterthur

Kunstmuseum Winterthur:

Giorgio Morandi

Natura morta, 1948 und Paesaggio, 1961

Giorgio Morandi - Natura morta 1948

Giorgio Morandi
Natura morta, 1948
Kunst Museum Winterthur, Legat Dr. Heinz Keller, 1984
Foto: SIK-ISEA, Zürich (Jean-Pierre Kuhn)

Giorgio Morandi lebte und arbeitete zurückgezogen in Bologna. Er malte hauptsächlich Stillleben auf kleinformatigen Leinwänden. Seine Bilder zeigen ein begrenztes Inventar an Gegenständen, die sich in seinem Atelier befanden. Dass mit der Zeit Staub auf den Flaschen und Dosen lag, störte den Maler nicht; im Gegenteil, er schätzte die von ihm manchmal bemalten stumpfen Oberflächen ohne Glanzlichter.

Morandi arrangierte die Objekte auf dem Tisch immer wieder auf neue Weise. Der Blick auf die unscheinbaren Gegenstände bedeutete für ihn den Blick auf eine Welt. Seine Bilder malte er oft in nur zwei Stunden, nachdem er lange über die Komposition nachgedacht hatte. Er bezeichnete die Malerei als «una cosa mentale», eine geistige Angelegenheit.

Selten beschäftigte sich Morandi auch mit Landschaften. Gemalt wurden sie fast ausschliesslich in dem Apennin-Dorf Grizzana, wo sich der Maler seit den vierziger Jahren oft aufhielt. 1960 liess er dort sogar ein kleines Haus erbauen. Mit grosszügigen Pinselstrichen – ganz ähnlich wie in den Stillleben – ist da Haus in der Landschaft vereinfacht umrissen, sodass es beinahe abstrakt wirkt.

Nach dem Krieg hatte sich Dr. Heinz Keller, der damalige Winterthurer Museumsleiter, mit Morandi angefreundet. Dieser Freundschaft verdankt das Kunst Museum Winterthur seine zahlreichen Werke des Künstlers.

Giorgio Morandi - Paesaggio

Giorgio Morandi
Paesaggio, 1961
Kunst Museum Winterthur, Ankauf, 1963
Foto: Hans Humm, Zürich