Hans Arp
Squelette, 1927

Hans Arp
Squelette, 1928
Kunst Museum Winterthur, Legat Dr. Emil und Clara Friedrich-Jezler, 1973
Foto: SIK-ISEA, Zürich (Philipp Hitz)
Der Elsässer Hans Arp spielte als Künstler und Dichter schon bei den Dadaisten in Zürich und Paris eine zentrale Rolle. Humor und Ironie prägten auch sein späteres Werk, etwa die Reliefe. Mit dem Holzrelief hatte Arp eine neue Form entdeckt, in der Plastik, Malerei und Zeichnung zusammenkamen.
Arp beschrieb die Vorbereitung der Reliefs: «Erst zeichne ich ein wenig, werfe gelegentlich nur ein paar Formgedanken auf das Papier. Dann schneide ich diese Formen in Karton aus, füge sie zusammen, und so geht das Ausschneiden und Zusammenfügen weiter, bis ich eine Vorlage beisammen habe, die mir befriedigend vorkommt». Ein Schreiner erhielt dann den Auftrag, die Formen auszuschneiden. Sie wurden bemalt und auf eine Holzplatte montiert. Diese Zusammenarbeit war für Arp wichtig: Sein Wunsch war es, Werke zu schaffen, die etwas Überpersönliches hatten. Sie sollten, so sagte er, «in der grossen Werkstatt der Natur anonym sein wie die Wolken, die Berge, die Meere, die Tiere, die Menschen».
Arps Vorzeichnungen sind spontan und assoziativ, so auch beim Relief Squelette. Er sucht die Vieldeutigkeit. Die obere weisse Form erinnert an einen Kopf mit martialischem Schnurrbart, die untere an einen Knochen. Man spürt Arps Freude an der grotesken Verformung aller Dinge. Sie sind nicht verfestigt, ihre Form ist fliessend und spricht von der ewigen Veränderlichkeit.