Logo Kunstmuseum Winterthur

Kunstmuseum Winterthur:

Oskar Schlemmer

Innenraum mit fünf Figuren, 1928

Oskar Schlemmer - Innenraum mit fünf Figuren

Oskar Schlemmer
Innenraum mit fünf Figuren, 1928
Kunst Museum Winterthur, Schenkung der Volkart Stiftung, 2009
Foto: SIK-ISEA, Zürich (Martin Stollenwerk)

Das Bauhaus war eine neuartige Schule. 1919 wurde es in Weimar gegründet, 1925 zog das Bauhaus nach Dessau um. Am Bauhaus wurde neben Malerei und Zeichnung auch Architektur und angewandter Kunst unterrichtet. Erstmals widmete sich eine Schule der Gestaltung, die alle Bereiche des Lebens umfasste. Namhafte Künstler unterrichteten am Bauhaus – Klee, Kandinsky, Albers, aber auch Oskar Schlemmer. Obwohl die abstrakte Kunst am Bauhaus dominierte, beschäftigte sich Schlemmer nach wie vor mit der menschlichen Figur, der menschlichen Figur im Raum. Denn dort konnten sich die Figuren erst wirklich entfalten, und deshalb waren Figur und Raum für Schlemmer unauflösbar miteinander verbunden.

In diesem Bild ist der Raum ganz auf das grosse Fenster bezogen. Die geometrische Teilung erscheint als Ordnungsprinzip für den Raum und die fünf Figuren. Diese sind stilisierte und stellen keine Individuen dar. Ihre Typisierung erinnert an die Malerei der frühen Renaissance. Schlemmer stellte die Figuren in eindeutigen Positionen dar: frontal, in Rückenansicht oder im Profil. Als Halb- oder als Ganzfigur, stehend, sitzend oder liegend, sorgfältig gegeneinander versetzt. Die Figuren sind isoliert und in sich gekehrt, doch im Raum aufeinander bezogen, eingelassen in das warme Blau und Braun des Raums.

Am unteren Bildrand steht ein leerer Stuhl. Er lädt den Betrachter ein, Platz zu nehmen, gegenüber der liegenden Figur mit der erhobenen Hand. Diese scheint entrückt. Wir schauen über sie hinaus in das diffuse Licht und entdecken eine kaum sichtbare Bergsilhouette in der Ferne.