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Kunstmuseum Winterthur:

Pablo Picasso

Deux personnages, 1934

Pablo Picasso - Deux personnages

Pablo Picasso
Deux personnages, 1934
Kunst Museum Winterthur, Legat Dr. Emil und Clara Friedrich-Jezler, 1973
Foto: Reto Pedrini, Zürich

Pablo Picasso malte Motive, die ihn beschäftigten, gern in Serien. Täglich nahm er sich das Thema vor und malte eine neue Fassung. Auch die zwei lesenden Frauen am Tisch variierte er mehrfach. Hier ist der Tag der Entstehung festgehalten: 29.03.34.

Dieses Bild der lesenden Frauen ist eine der strengen Versionen. Tisch, Stuhl und Türe sind in rechtwinkligen Formen wiedergegeben. Die beiden Frauenfiguren sind scharfkantig gezeichnet. Die frontale und die seitliche Ansicht sind miteinander verschränkt. Die Gesichtszüge der beiden Frauen sind fast identisch ausgeführt und man erkennt in ihnen Picassos jugendliche Geliebte Marie-Thérèse Walter. Farblich jedoch unterschieden sie sich: rotes und gelbes Kleid, bläuliche und grünliche Arme und Gesichter. Die Farben kontrastieren, während die Formen sich gleichen.

Durch die offene Türe dringt das Licht grell-weiss in den dunklen Raum. Im Hintergrund arbeitete Picasso mit dem dramatischen Wechsel von Schwarz und Weiss und fasste die Szene in einen grauen Rahmen ein, der Teil der Komposition ist.

Die Frauen haben die Augen auf dasselbe Buch gesenkt. Die Körper schmiegen sich aneinander; ihre Konzentration verbindet sie innerlich. Sie scheinen unbeeindruckt von all dem, was um sie herum geschieht. Das Lesen schafft eine intime Gemeinschaft, innige Geborgenheit inmitten einer bedrohlichen Welt.