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Kunstmuseum Winterthur:

Paul Klee

Blühendes, 1934

Paul Klee - Blühendes

Paul Klee
Blühendes (recto), 1934
Kunst Museum Winterthur, Legat Dr. Emil und Clara Friedrich-Jezler, 1973
Foto: SIK-ISEA, Zürich (Philipp Hitz)

Die Fenster-Bilder von Robert Delaunay begeisterten Paul Klee. Es dauerte jedoch lange, bis Klee einen Weg fand, diese Begeisterung in eigene Werke umzusetzen. 1914 malte er auf der Tunis-Reise schachbrettartige farbige Aquarelle. 1925 entstand ein Bild aus Farbquadraten. Es ist wie Blühendes aufgebaut, nur ist die Komposition um 90 Grad gedreht.

Im Titel spricht Klee von einem blühenden Baum. Ein solcher Baum ist auf der Rückseite unseres Bildes dargestellt, welches er 1934 nun in einem grösseren Format malte. Es ist die letzte Formulierung des Themas, es ist der Höhepunkt und zugleich der Abschied davon.

Das Bild ist wie ein Schachbrett gestaltet; allerdings sind die Felder nicht gleichmässig, sie werden nach Aussen hin etwas grösser. Auf dem schwarzen Grund, der am Rand des Bildes als Rahmung sichtbar wird, sind reine Farben aufgetragen, die aus dem Schwarz herausleuchten. Von innen her breiten sich die Farben aus und erfassen das ganze Bild – erst leuchtend, dann immer fahler. Das Bild spricht vom pflanzlichen Blühen, aber auch vom Prozess des Malens: von der Aktivierung der Bildfläche durch die Farbe.

Blühendes wurde in einer schwierigen Zeit gemalt. Die Nazis hatten Klee als Lehrer entlassen, und er war nach Bern zurückgekehrt. Viele Jahre zuvor hatte er geschrieben: «Je schreckensvoller diese Welt (wie gerade heute) desto abstrakter die Kunst, während eine glückliche Welt eine diesseitige Kunst hervorbringt».

12 Klee Blühender Baum verso

Paul Klee
Blühender Baum (verso), 1934
Kunst Museum Winterthur, Legat Dr. Emil und Clara Friedrich-Jezler, 1973
Foto: SIK-ISEA, Zürich (Philipp Hitz)