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Kunstmuseum Winterthur:

Pierre Bonnard

L’abat-jour orangé, 1908

Pierre Bonnard - L'abat-jour orangé

Pierre Bonnard
L'abat-jour orangé, 1908
Kunst Museum Winterthur, Schenkung von Dr. Herbert und Charlotte Wolfer-de Armas, 1973
Foto: SIK-ISEA, Zürich (Martin Stollenwerk)

Neben Edouard Vuillard ist Pierre Bonnard zu Beginn des 20. Jahrhunderts der führende Maler intimer Intérieurs. Gemeinsam ist ihnen das Interesse an der raffinierten farbigen Gestaltung der Räume. Wo Vuillard jedoch Psychologie und dramatische Spannung einbringt, bleibt Bonnard eigenartig unpersönlich. Seine zarten Mädchenfiguren sind denen Renoirs verwandt.

Im Zentrum des Bildes stehen aber nicht die Mädchen, sondern die Lampe mit dem übergrossen orangefarbigen Schirm. Dieser wirkt zunächst wie ein fremder Gegenstand, doch er verbindet die beiden gegensätzlichen Hälften des Bildes. Im hellen Vordergrund ist das fast leere Tischtuch ausgebreitet. Der im Halbdunkel liegende Hintergrund zeigt sich in seinen reichen Einzelheiten erst bei näherer Betrachtung. Er ist zusammengesetzt aus Täfelung und Tapete, Wandspiegel und Anrichte. In sanften Tönen spielt das warme Licht der Lampe über das gelbliche Weiss des Tuchs und die Kleider der Mädchen bis in die Tiefe des Raums und verbindet die Elemente.

Der Blick des Malers war nicht statisch, es scheint, als wanderte dieser vom Tisch hinauf zu den Figuren im Hintergrund. Seine bewegte Betrachtungsweise zieht uns mit.

Sie lässt uns mit ihm in den Raum eintauchen und macht uns den Unterschied zu einer normalen Ansicht bewusst.