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Kunstmuseum Winterthur:

Pierre Bonnard

Paysage du Cannet, 1926

Pierre Bonnard - Paysage du Cannet

Pierre Bonnard
Paysage du Cannet oder Paysage du Midi, 1926
Kunst Museum Winterthur, Schenkung von Dr. Arthur Hahnloser und Dr. Emil Hahnloser, 1927
Foto: SIK-ISEA, Zürich (Lutz Hartmann)

Sechzigjährig zog Pierre Bonnard 1926 an die Côte d’Azur, in eine Villa oberhalb von Cannes. Er schätzte es, abseits vom Pariser Kunstleben ganz für die Malerei zu leben.

Diese letzten Jahrzehnte im Süden wurden für ihn zu einer Zeit der Landschaftsmalerei. Bonnard malte jedoch nicht im Freien. Auf seinen Spaziergängen skizzierte er Motive und notierte die Farben. Die Bilder aber malte er im Atelier. In einem langen Prozess und in Distanz zur realen Landschaft erschuf Bonnard die gemalte Landschaft aus der Erinnerung neu.

Die Aussicht ist von einem erhöhten Standpunkt aus gemalt. Man schaut über Cannes hinaus auf das Meer. Bonnard zeigt kein Panorama, er zwängt die Landschaft in ein schmales Hochformat. Links und rechts ist das Gesichtsfeld von Bäumen eingefasst. Der Blick konzentriert sich auf die Öffnung zwischen ihnen.

Hier, im Bildzentrum, sind die Farben am intensivsten: Aus dem Grün leuchtet das Orange der Dächer hervor. Nach hinten ist es begrenzt vom Preussischblau der Olivenhaine. Im Vordergrund scheinen die Farben in der Hitze zu flirren. Über dem Horizont werden diese zu feinen Tönen. Überhaupt erleben wir die Landschaft ganz in Farben aufgelöst. Bonnard malt sie in feinen Tupfen, die Dinge verlieren ihre Konturen.

Im Vordergrund sind zwei Mädchen in die Landschaft eingefügt. Auf den ersten Blick sind sie kaum sichtbar. Sie sind verborgen in der üppigen Vegetation, aufgehoben in Bonnards Farbigkeit.