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Kunstmuseum Winterthur:

Robert Delaunay

Les fenêtres sur la ville, 1912

Robert Delaunay - Fenetres

Robert Delaunay
Les fenêtres sur la ville no. 3 (2ème motif, 1ère partie), 1912
Kunst Museum Winterthur, Legat Dr. Emil und Clara Friedrich-Jezler, 1973
Foto: SIK-ISEA, Zürich (Martin Stollenwerk)

Robert Delaunay malte zahlreiche Ansichten der Stadt Paris. Der Blick durch das Fenster auf die Stadt ist das Thema einer Reihe von Bildern, die er 1912 malte. Im Zentrum der Ansicht steht der Eiffelturm, das Wahrzeichen von Paris. Links und rechts erkennt man geschwungene Linien; sie deuten die Vorhänge an.

Delaunay verzichtete darauf, die Stadt im Einzelnen wiederzugeben und machte die Fensterfläche selbst zum Thema. Er gliederte sie schachbrettartig in Rechtecke und Quadrate, die von Diagonalen und Kreisbogen geschnitten werden. Aus dem Blick auf die Welt wurde eine abstrakte, vom Künstler gewählte Ordnung. Die Komposition aus geometrischen Feldern ist ein primäres Merkmal der Moderne.

Auf Delaunays Les fenêtres sur la ville werden die Bildfelder von Farben besetzt. Wir sehen spektrale Farbabstufungen von gelb-orange über violett-blau bis blau-grün, aber auch Komplementärkontraste. Solche Kontraste entstehen, wenn zwei Farben aufeinanderstossen, die sich im Farbkreis gegenüberliegen, wie zum Beispiel blau und orange oder gelb und violett. Die Ordnung der Farben und ihr Spiel bestimmen nun das Bild und nicht mehr die Ordnung der Wirklichkeit.

Zu den ersten Malern, die begeistert auf diese neuartigen Bilder reagierten, zählte Paul Klee. Er verstand, dass Delaunay nicht bloss Dekorationen entwarf. «Ein Gebilde von plastischem Leben», nannte er die Fenster-Bilder, «von einem Teppich fast ebensoweit entfernt wie eine Bachsche Fuge».