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Kunstmuseum Winterthur:

Vincent van Gogh

Soir d’été, 1888

Vincent van Gogh - Soir d'été

Vincent van Gogh
Soir d'été, 1888
Kunst Museum Winterthur, Schenkung von Dr. Emil Hahnloser, 1922
Foto: SIK-ISEA, Zürich (Martin Stollenwerk)

In Paris hatte Vincent van Gogh den Impressionismus kennengelernt. Als er 1888 in Arles ankam, lag diese Begegnung bereits hinter ihm und er suchte nach neuen Ausdrucksmitteln. Im Sommer dieses Jahres malte van Gogh eine Reihe von Studien in den Feldern um die Stadt Arles. Das Bild eines Sommerabends sollte besonders wichtig werden; deshalb wählte er ein grösseres Format.

Van Gogh wartete den Vollmond ab. Es war ein windiger Tag und der Mistral blies heftig. Vor dem aufziehenden Sturm musste van Gogh das Bild in einem Zug zum Ende bringen. Ob das gelbe Gestirn Sonne oder Mond ist, liess er offen – es sei ein Sommerabend, berichtete er dem Malerfreund Emile Bernard.

Zu sehen ist am Horizont die Silhouette der Stadt Arles; sie liegt ruhig da, gesäumt von rauchenden Fabrikkaminen. Keine ländliche Idylle also. Ein Eisenbahnzug fährt vorbei, und zwischen Stadt und Feldern spaziert ein einsames Paar. Über der Szenerie wölbt sich ein leuchtend blauer Himmel; der von dem massiven gelben Gestirn erhellt wird.

Im Vordergrund liegt das Kornfeld; dessen Ähren sich im starken Wind nach links neigen. Das Gelb nimmt zwei Drittel des Bildes ein. Es spielt von hellem Gelb in Gold- und Kupfertöne und kontrastiert mit dem Blau des Himmels.

Van Gogh trug die Farbe pastos auf. Mit heftigen Pinselhieben überarbeitete er das Gelb des Kornfelds, um die Fläche in Bewegung zu versetzen. Das Wogen des Korns wird unmittelbar spürbar.