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Kunstmuseum Winterthur:

Willkommen im Museum

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Kunst Museum Winterthur | Reinhart am Stadtgarten
Foto: Georg Aerni

Der Winterthurer Sammler und Mäzen Oskar Reinhart baute in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine beachtliche Kunstsammlung auf. In den 1930er Jahren keimte bei ihm die Idee, seiner Heimatstadt ein Museum zu schenken, das der deutschsprachigen Kunst des 19. Jahrhunderts gewidmet sein sollte. Für seine grosszügige Stiftung stellte die Stadt Winterthur das 1842 von Leonhard Zeugheer errichtete Knabenschulhaus zur Verfügung, das ursprünglich auch eine Bibliothek und die städtischen Sammlungen beherbergte. Obschon bereits in den 1930er Jahren über dieses Projekt nachgedacht wurde, verzögerte der Zweite Weltkrieg die Planung, und so konnte erst 1948 mit den Umbauarbeiten begonnen werden. Im Januar 1951 wurde das Museum schliesslich im Beisein des Bundesrats feierlich eröffnet. Die frühere Stiftung Oskar Reinhart am Stadtgarten ist damit das älteste Sammlermuseum der Schweiz.

Reinhart als Knabenschulhaus

Das Knabenschulhaus 1866

Mit der Wiederentdeckung der deutschen Kunst nach der Jahrhundertwende begann Oskar Reinhart damit, neben Schweizer auch deutsche und österreichische Kunst gezielt zu erwerben. Die umfassenden und einzigartigen Werkgruppen insbesondere der Frühromantik und des Realismus sind permanent ausgestellt. Darunter Werke und Werkgruppen von Caspar David Friedrich, Carl Spitzweg, Jean-Étienne Liotard, Adolph von Menzel, Anselm Feuerbach, Wilhelm Leibl, Carl Blechen und vielen mehr.

2017 wurde das Haus im Zuge der Umsetzung des Winterthurer Museumskonzepts mit dem ehemaligen Kunstmuseum und der Villa Flora unter der Dachmarke Kunst Museum Winterthur in der Verantwortung des Kunstvereins Winterthur zusammengeführt. Neben den Werken der Stiftung Oskar Reinhart sind niederländische Meister des Goldenen Zeitalters aus der Stiftung Jakob Briner und eine Auswahl aus einem umfangreichen Konvolut an Porträtminiaturen aus den Sammlungen Briner und Kern zu erleben, die in wechselnden Ausstellungen präsentiert werden.

MOR Umbau

Dieses Konzept sah zudem vor, das neu als Reinhart am Stadtgarten bezeichnete Haus zum attraktiven Empfang für den Rundgang durch die Museumssammlungen aufzuwerten. Aus diesem Grund wurde ein internationaler Wettbewerb ausgeschrieben – und zwar nicht für Architekturbüros allein, sondern im Gegensatz zu den meisten klassischen Bauaufgaben im Museumsbereich für interdisziplinäre Teams aus Künstler:innen und Architekt:innen. Das Siegerprojekt der Architektin Heike Hanada und der Künstlerin Ayşe Erkmen besteht aus einer begehbaren Treppenskulptur, die an beiden Seiten des Hauses einen gleichermassen funktionalen wie künstlerischen Eingang ins Museum bietet. In der Halle verbinden sich die minimalistischen Eingriffe elegant mit der reduzierten Architektur. Einen spielerischen Farb- und Lichtakzent wiederum setzen die markanten Leuchten des belgischen Bildhauers Koenraad Dedobbeleer, der diese eigens für das Foyer entwickelte.

Mit diesen aussergewöhnlichen Eingriffen erfuhr das ehrwürdige Haus rund 75 Jahre nach seiner Eröffnung einen dezidiert zeitgenössischen Akzent, der einen frischen Einstieg in die Kunstwelt von den Altmeistern bis ins 19. Jahrhundert ermöglicht.