Louis Dupré
Ansicht der Trinità dei Monti in Rom, um 1817
Louis Dupré
Ansicht der Trinità dei Monti in Rom, um 1817
Frits Lugt Collection, Fondation Custodia, Paris
Im Gegensatz zu den reinen Landschaftsmalern, die vor allem wegen des besonderen Lichts nach Italien reisten, war Louis Dupré primär ein Historien- und Figurenmaler, dessen Reisetätigkeit sein Werk jedoch massgeblich definierte.
Dupré wurde im Atelier von Jacques-Louis David, dem unbestrittenen Hauptvertreter des französischen Klassizismus, ausgebildet. Diese Schule prägte seine klare, beinahe skulpturale Linienführung ebenso wie die kompositorische Strenge seiner Figuren.
Ein entscheidender Karriereschritt war seine Ernennung zum Hofmaler durch Jérôme Bonaparte, den König von Westphalen – und jüngsten Bruder Napoleons. Dieses königliche Patronat finanzierte ihm ab 1814 seinen ersten prägenden Italienaufenthalt. Zunächst hielt er sich für zwei Jahre in Neapel auf, wo er für den Prinzen von Salerno arbeitete, bevor er nach Rom weiterreiste.
Diese Ansicht des Klosters und der Kirche Trinità dei Monti entstand von einem der beliebtesten Aussichtspunkte Roms aus: der Villa Medici, die seit 1803 Sitz der Französischen Akademie in Rom ist. Dass Dupré, der kein Pensionnaire war, dennoch Zugang zu diesem privilegierten Ort hatte, zeugt von seinem ausgezeichneten Ruf, aber auch von seinem weitreichenden Netzwerk, zu dem unter anderem der französische Botschafter in Rom gehörte.
Dem Werk ist anzusehen, dass es nicht in Eile gemalt wurde. Dupré konnte sich Zeit nehmen. Wahrscheinlich sass er dabei sogar gemütlich auf einem Stuhl im Inneren der Villa Medici und war den üblichen Unannehmlichkeiten des Malens en plein air nicht ausgesetzt. So entstand dieses bezaubernd kleine Bildchen von kristalliner Klarheit.