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Kunstmuseum Winterthur:

Besser bewacht als ein Geldtransport

Kunstgeschichten

carabinieri vordemberg
Vordemberg Komposition No. 70

Friedrich Vordemberge-Gildewart
Komposition No. 70, 1931
Kunst Museum Winterthur, Dauerleihgabe des Galerievereins, erworben mit einem Beitrag aus dem Legat Balthasar Reinhart, 2007
Foto: SIK-ISEA, Zürich (Lutz Hartmann)

Dieses Werk ist auf Reisen besser bewacht als ein Geldtransport. Als wir den Gildewart nach Udine begleitete haben, sass ich im Lastwagen auf der hinteren Bank, die beiden Fahrer vor mir. Carabiniere sind im Vorfeld informiert worden und haben auch auf uns gewartet und dann wir sind mit Blaulicht in die Stadt von Udine reingefahren. Ich bin Natalie Prader, ich bin Restauratorin und begleite Kunstwerke auf Kurierreisen. Das heisst, wir begleiten das Kunstwerk, damit es eigentlich von A bis z von uns beobachtet wird. Ich mache mir weniger Gedanken, dass man überfallen werden könnte, was natürlich durchaus auch möglich ist, aber wir achten ganz genau wie handhabt ein Museumstechniker die Werke: trägt er das Werk auf der unteren Kante? Das sind so Sachen und da greifen wir natürlich auch mal ein und sagen ‚Hey bitte so und so anfassen oder langsam drehen.‘

Einen Lastwagen packt man nach Werten. Es gibt immer einen finanziellen Grenzwert, der versicherungstechnisch nicht überschritten werden darf. Ich habe auch schon gehört, dass zwei wertvolle Gemälde getrennt Reisen – eines per Schiff und das andere per Flugzeug – denn, wenn ein Unfall passiert, dann sind nicht beide verloren.