Dieses Werk erhielt sieben Mal eine Absage
Kunstgeschichten


Sophie Taeuber-Arp
Plan profilés en courbes, 1935
Kunst Museum Winterthur
Foto: SIK-ISEA, Zürich (Lutz Hartmann)
Dieses Werk von Sophie Taeuber-Arp wird überaus häufig von anderen Museen für Ausstellungen angefragt. In den letzten fünf Jahren wurde es tatsächlich neun Mal angefragt, erhielt aber sieben Mal eine Absage. Mein Name ist Andreas Ehmann, ich bin Registrar im Kunst Museum Winterthur, und für den ganzen Leihverkehr zuständig. Das heisst für Leihverträge, Versicherungen und die Organisation von Transporten.
Es gibt mehrere Gründe, warum dieses Werk nicht ausgeliehen wird. Es kann sein, dass wir es selber in unserer Sammlungspräsentation zeigen wollen. Es ist auch ein sehr heikles Werk aus restauratorischer Sicht; wir möchten gar nicht, dass es allzu häufig reist. Und manchmal überzeugt uns auch das Ausstellungskonzept nicht. Ein hochklassiges Werk zeigen wir sehr gerne selber in unserer Sammlung. Aber das attraktive am Leihverkehr ist, dass ein Werk aus der eigenen Sammlung, an einer wichtigen Ausstellung, vielleicht in einem grossen Museum, in einer anderen Stadt, gezeigt wird. Dadurch steigt die Prominenz des Werks, oder der Künstlerin oder des Künstlers. Auch der Name des Leihgebers, in diesem Fall des Kunst Museum Winterthur, findet so eine grössere Verbreitung. Es gibt tatsächlich noch einen anderen Grund, warum Leihverkehr für uns wichtig ist und zwar weil wir selbst auch Werke von anderen Museen möchten. Durch eine Ausleihe macht man sich als Museum und auch vielleicht den Künstler oder die Künstlerin bekannt.