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Kunstmuseum Winterthur:

Wir sind kleine Detektive

Kunstgeschichten

lupenbrille klee
Paul Klee - Blühendes

Paul Klee
Blühendes (recto), 1934
Kunst Museum Winterthur, Legat Dr. Emil und Clara Friedrich-Jezler, 1973
Foto: SIK-ISEA, Zürich (Philipp Hitz)

Klee, Blühendes (verso)

Paul Klee
Blühender Baum (verso), 1934
Kunst Museum Winterthur, Legat Dr. Emil und Clara Friedrich-Jezler, 1973
Foto: SIK-ISEA, Zürich (Philipp Hitz)

Wir Restauratorinnen sind oft so kleine Detektive und lesen die ganzen Spuren. wir finden manchmal Fingerabdrücke, wir finden Haare. Es sind ganz viele Spuren, die sich auf diesen Objekten zeigen. Ich sage immer: Restauratoren erkennt man immer an einer Lupenbrille und mit einer Taschenlampe in der Hand, wenn sie in der Museumsräumlichkeiten vor den Bildern herumfuchteln. Mein Name ist Natalie Prader, ich bin Restauratorin und ich sehe allerhand Schäden. Oft sehe ich gar nicht mehr was darauf gemalt ist, sondern wirklich einfach die kleinsten Unebenheiten, ein Craquelé eine Farbscholle, die nicht mehr ganz hält, eine Verschmutzung, eine Vergilbung. Bei diesem Bild habe ich rechts oben und links unten in den Randbereichen Dellen entdeckt. Ich dachte diese Dellen bildeten sich aufgrund einer schlechten Aufspannung, aber wie es sich gezeigt hat, sind sie durch eine rückseitige Bemalung entstanden. Es ist nicht nur ein Bild, das hier hängt, es sind eigentlich zwei. Wir haben also gemerkt, dass es nicht unbedingt ein Schaden ist oder dass es an der mangelnden Aufspannung liegt, sondern einfach der Gegenzug der rückseitig bemalten Leinwand. Darum konnten wir die Beulen nicht ganz planieren, was wir aber im Endeffekt auch nicht wollten, denn sie zeigen alte Spuren vom Künstler auf und sind deshalb durchaus erhaltenswert.