Ernst Fries
Zeichnungen
Ernst Fries
Studie zu Pinienkronen, 1826/1827
Kurpfälzisches Museum Heidelberg
Ernst Fries Arbeiten zeigen eine bemerkenswerte Vielfalt an Techniken: Neben Ölstudien experimentierte Fries mit Aquarell und lavierenden Tuschen, um Licht- und Farbstimmungen differenziert wiederzugeben.
Diese unterschiedlichen Verfahren verdeutlichen, wie vielseitig die Freilichtmalerei im frühen 19. Jahrhundert war. Plein air bedeutete eben weit mehr als das Malen in Öl unter freiem Himmel. Mit der zunehmenden Bedeutung des Naturstudiums griffen Künstler auf unterschiedlichste Medien zurück, je nachdem, welchen Zweck ihre Skizzen erfüllen sollten. Bleistiftzeichnungen liessen sich leicht transportieren und ermöglichten ein rasches Festhalten von Motiven, die später im Atelier ausgearbeitet werden konnten. Fries fertigte zahlreiche solcher Zeichnungen an, darunter die hier ausgestellte Studie zu Pinienkronen (1826/1827). Mit präzisen Linien untersucht er die Verzweigungen der Äste und die Struktur der Nadelbüschel und schafft so ein Blatt, das beinahe wie eine botanische Studie wirkt.
Aquarell und Lavierung eigneten sich hingegen besonders, um atmosphärische Effekte, Lichtverhältnisse und feine Farbübergänge unmittelbar vor der Natur einzufangen. In seinen Lavierungen arbeitet Fries mit bewusst freigelassenen Papierstellen, die als helle Partien das Sonnenlicht markieren. Die unterschiedlich stark verdünnte Tusche erzeugt weiche Übergänge zwischen Licht und Schatten und vermittelt die Stimmung und Flüchtigkeit eines bestimmten Augenblicks.
Die verschiedenen Techniken ergänzten sich und machten die Arbeit im Freien zu einem experimentellen und dynamischen Prozess. Die Natur wurde nicht in einem einzigen Bild festgehalten, sondern einer Vielzahl von Skizzen, Studien und Notizen untersucht.

Ernst Fries
Blick auf den Nemisee und den Palazzo Cesarini, 1824
Kurpfälzisches Museum Heidelberg